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Asiatische Snacks im deutschen Einzelhandel — Samyang, Pocky & Co. als Umsatztreiber

24. Mai 2026·6 Min. Lesezeit

Asiatische Snacks im deutschen Einzelhandel — Samyang, Pocky & Co. als Umsatztreiber

Noch vor fünf Jahren standen asiatische Snacks in Deutschland in Asia-Supermärkten — und nirgendwo sonst. Das hat sich grundlegend geändert. Samyang Buldak Noodles landen heute in Kiosk-Regalen neben Haribo, Pocky-Schachteln stehen im Tankstellen-Kühlregal, und Pepero-Riegel werden bei TikTok-Challenges millionenfach geteilt. Für Händler bedeutet das: eine schnell wachsende Produktkategorie mit überdurchschnittlicher Marge und einer klar definierten, kauffreudigen Zielgruppe.

Dieser Artikel zeigt, welche asiatischen Produkte im deutschen Einzelhandel besonders stark laufen, warum die Kategorie strukturell wächst und was Händler beim Einstieg in dieses Sortiment wissen müssen.

Warum asiatische Snacks gerade jetzt boomen

Der Strukturwandel im Snack-Regal ist kein Zufall. Drei Faktoren treffen zusammen:

Social Media als Vertriebskanal. TikTok hat in den letzten drei Jahren mehr neue Snack-Kategorien in den deutschen Markt eingeführt als jede klassische Werbemaßnahme. Das Muster ist immer ähnlich: Ein Produkt wird viral, ein Teilsegment des stationären Handels listet es, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Wer in dieser Phase gut sortiert ist, profitiert überproportional. Samyang Buldak Noodles sind das bekannteste Beispiel — die Marke war in Deutschland bis 2021 kaum bekannt und ist heute eine der meistgefragten Importsüßwaren überhaupt.

Eine neue Konsumentengeneration. Jüngere Käufer zwischen 16 und 35 Jahren sind mit Anime, K-Pop und asiatischer Popkultur aufgewachsen. Für sie ist der Griff zur Pocky-Schachtel kein exotisches Experiment, sondern selbstverständlicher Konsumakt. Diese Zielgruppe ist markentreu, ausgabefreudig und empfiehlt Produkte aktiv weiter.

Das Erlebnis-Prinzip. Standardsüßwaren kauft man, asiatische Snacks erlebt man. Der ungewohnte Geschmack, die eigenwillige Verpackung, der TikTok-Challenge-Charakter — all das macht diese Kategorie zu einem Gesprächsstoff, der im Regal auffällt und zum Kauf animiert.

Die wichtigsten Produkte und Marken

Samyang (Südkorea) ist mit Abstand die bekannteste koreanische Snack-Marke im deutschen Markt. Die Buldak-Linie (besonders die 2x Spicy Variante und die Carbonara-Version) erzeugt starke Impulskäufe. Die Produkte sprechen gleichermaßen Fans von scharfem Essen und Social-Media-affine Käufer an, die die Challenge-Produkte nachstellen wollen.

Pocky (Japan, Glico) ist eine der ältesten asiatischen Snackmarken überhaupt — und eine der stabilsten im deutschen Markt. Die Schokoladen-Stäbchen sind als Mitnahmeprodukt ideal: kleines Format, günstiger Einstiegspreis, bekanntes Branding. Beliebt sind neben dem Klassiker die Matcha- und Strawberry-Varianten.

Pepero (Südkorea, Lotte) ist Pockys koreanisches Pendant und profitiert zusätzlich von einem kulturellen Anker: dem Pepero Day am 11. November, an dem Päckchen traditionell verschenkt werden. Das erzeugt saisonale Peaks, die sich planbar im Einkauf abbilden lassen.

Lotte Choco Pie — die kleinen Schokoküchlein aus Südkorea sind ein Klassiker der asiatischen Süßwaren und haben im deutschen Einzelhandel eine treue Stammkundschaft. Besonders in Regionen mit größeren koreanischen oder asiatischen Communities laufen sie konstant.

Hi-Chew (Japan, Morinaga) ist in der Kategorie Fruchtgummi/Kaugummi ein direkter Wettbewerber zu US-Produkten wie Starburst. Die intensive Fruchtgeschmacks-Note und die ungewohnte Textur machen Hi-Chew zu einem Produkt, das Kunden aktiv suchen.

Wie Händler die Kategorie optimal positionieren

Asiatische Snacks funktionieren am besten als eigenständiger Bereich im Regal — nicht verstreut zwischen deutschen Standardprodukten. Eine Ecke mit klarem „Asien"-Signal (auch ohne aufwändige Beschilderung) erhöht die Sichtbarkeit und signalisiert Sortimentskompetenz.

Bewährt hat sich eine Mischung aus:

  • Ankermarken mit hohem Bekanntheitsgrad (Samyang, Pocky), die Kunden gezielt suchen
  • Entdeckerprodukten mit Gesprächspotenzial (außergewöhnliche Geschmäcker, Formats)
  • Preisgünstigen Einstiegsprodukten für Neukunden der Kategorie
  • Der Durchschnittspreis asiatischer Snacks liegt im deutschen Einzelhandel deutlich über dem von Standardprodukten — was die attraktive Marge erklärt. Kunden akzeptieren den Aufpreis, weil sie das Produkt aus Social Media kennen und bereit sind, für das Erlebnis zu zahlen.

    Was Händler beim Einkauf beachten müssen

    Da asiatische Snacks importierte Lebensmittel sind, gelten dieselben LMIV-Regeln wie für US-Produkte: vollständige deutsche Kennzeichnung auf jedem Einzelprodukt, inklusive Zutatenverzeichnis, Allergenangaben und Nährwerttabelle. Wer direkt aus Asien importiert, trägt den vollen Kennzeichnungsaufwand selbst — das erfordert eigene Aufkleber für jede SKU.

    Der effizientere Weg: Einkauf bei einem deutschen Großhändler, der asiatische Produkte bereits mit vollständiger LMIV-konformer Kennzeichnung liefert. Das spart erhebliche Zeit und vermeidet Kennzeichnungsfehler, die zu Behördenbeanstandungen führen können.

    Mashall Sweets führt eine wachsende Auswahl asiatischer Snacks mit vollständiger Kennzeichnung und niedrigen Mindestbestellmengen.

    Verbindung zu weiteren Sortimentskategorien

    Asiatische Snacks ergänzen ein internationales Sortiment ideal. Wer bereits US-Produkte wie Takis und amerikanische Snacks führt, hat die Infrastruktur für den Einstieg in die Asia-Kategorie bereits aufgebaut. Beide Segmente sprechen eine ähnliche Zielgruppe an und profitieren voneinander.

    Wie Sie Ihr Gesamtsortiment strukturieren und welche Produktkategorien welche Kundensegmente ansprechen, erklärt unser Artikel zur Sortimentsoptimierung für Kioske und Tankstellen.

    Fazit

    Asiatische Snacks sind keine vorübergehende Mode. Die Kategorie ist strukturell gewachsen, hat eine treue Käuferschaft entwickelt und bietet Händlern attraktive Margen bei überschaubarem Einstiegsrisiko. Wer jetzt ein durchdachtes Asia-Segment aufbaut, profitiert von einer Kategorie, die in zwei bis drei Jahren so selbstverständlich im deutschen Regal stehen wird wie US-Produkte heute.

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